Mo, 21.10.13
19:35 Vor einer Stunde von der Reise mit Georg
wiedergekommen, welche wir Dienstag, 15.10. starteten. Dann fange ich mal ganz
von vorne an. Georg und ich haben uns den Anfang der Ferien hier erst mal
genügend Zeit daheim gelassen und einfach nur entspannt. Haben uns auch nicht
festgelegt, wann es losgehen sollte. Montagabend haben wir dann beschlossen, am
nächsten Morgen aufzubrechen. Einfach mal Richtung Süden trampen; mal schauen,
wohin uns das führen würde. Abenteuer pur. Jeder mit seinem Rucksack als
Reiseausrüstung. Dort passt natürlich nicht allzu viel herein; also musste man
sich einschränken. Ein paar Unterhosen, ein Handtuch, eine Hose und ein T-Shirt
mussten genügen. Wichtig, natürlich niemals in der Regenzeit zu vergessen:
Regencape. Außerdem noch einige Bananen, die sich nicht nur als Proviant
nützlich erwiesen. Wir sind also um 9 Uhr aufgebrochen, um loszutrampen.
Zuallererst wurden wir von einem Amerikaner mitgenommen. Zum ersten Mal, dass
am Steuer nicht ein Thai, sondern ein Farang sitzt, bei dem ich mitfahre. Der
hat uns bis zum Highway mitgenommen. Dort hat uns eine Familie mitgenommen, die
zum Big C fuhr. Von dort dann ein Mann mit Tochter, der Chiang Rai verließ und
nach Phan fuhr. Ein Örtchen, das zwar nicht ganz der Destination Chiang Mai
entsprach, aber dennoch Süden (etwa 40 km). Warum Chiang Mai? Wir wollten Von
Samstag bis Montag zum Meditationskurs im WatDoiSuthep, welcher nunmal in
Chiang Mai liegt. Was wir bis dahin machen würden, war eben spontan. In Phan
wurden wir herausgelassen und boten dem Fahrer als Dankeschön einige unserer
Bananen an. Er nahm sie auch sehr erfreut entgegen. Dafür waren die Bananen
wirklich gut. Man will sich ja irgendwie als dankbar erweisen. In Phan haben
wir uns erst mal auf einer Bank niedergelassen und überlegt, was wir machen
könnten. Dort hat uns eine Frau angesprochen, die uns dann mal eben so einige
ihrer Süßigkeiten und Gebäcke schenkte. Nach einigen Blicken auf die
Thailand-Karte beschlossen wir, den DoiLuang National Park aufzusuchen, welcher
direkt an Phan angrenzt. Also sind wir die Hauptstraße entlang gegangen, um
sämtliche Leute nach dem Weg zu fragen. Allerdings wusste keiner, wovon wir
reden. Wirklich erstaunlich, da der Nationalpark etwa eine Nord-Süd-Ausdehnung
von 60 km hat. Auf die Frage, was man dort in der Umgebung so machen könnte,
riet uns eine Frau sich den Wasserfall anzuschauen, welcher sich nicht weit von
dort befinden sollte. Also trampten wir los. Ein 18-jähriger Mann, der gerade
eben aus dem Auto ausstieg, brachte uns dorthin. Das war unglaublich nett, da
er dafür mindestens 5 km aus Phan herausfuhr, um dann die Hauptstraße zu
verlassen und weitere 10 km Richtung Dschungel zu fahren. Dort waren wir dann:
Wie sich zeigte, am Rande des DoiLuang National Parks. Wir sind dann anderthalb
Stunden wandernd unterwegs gewesen, stets am Wasserfall entlang. Wirklich
schön. Nach einer heißen Nudelsuppe am Straßenrand um 14 Uhr ging unsere Reise
dann weiter; nächster Halt: Etwa 30 km weiter im Süden, das Dorf Mae Chai. Dort
gingen wir dann die Hauptstraße entlang und wurden nach weniger als 50 Metern schon
von der Seite angequatscht. 4 Thais saßen da, aßen was, und eine der Frauen
fragte uns, wohin wir wohl wollten. Haben uns zu ihnen gesetzt und uns mit
ihnen unterhalten. Als sie erfuhren,
dass wir in Mae Chai wohl nach einem Schlafplatz suchen würden, telefonierten 2
der Thais sofort herum, um uns das günstigste Hostel herauszusuchen. Dann haben
sie uns sogar noch dorthin gefahren. Die Freundlichkeit überrascht einen dann
doch immer wieder. Für die Nacht haben wir gerade mal 250 Baht bezahlt, also
etwa 3 € pro Person. Wir haben dann ziemlich schnell begriffen, dass man in
diesen Dörfern nicht allzu viel erleben kann; also haben wir beschlossen, am
folgenden Tag sofort bis nach Chiang Mai durchzudringen. Am Morgen sind wir
also los; ein altes Ehepaar hat uns bis nach Phayao (etwa 20 km weiter im
Süden) gebracht, dort sind wir mit einem jungen Paar Richtung Westen durch die
Berge; stets auf Pickups, hinten auf der Ladefläche. Da pfiff uns der Wind ganz
schön um die Ohren, da der junge Mann wohl gerne ein bisschen schneller fuhr.
Nach etwa 50 km wurden wir in Mae Khachan herausgelassen. Von dort waren es
dann nur noch etwa 70 km nach Südwesten bis Chiang Mai. Diese fuhren wir mit
zwei sehr netten, etwa 25 – 30 Jahre alten Männern, welche ebenfalls nach
Chiang Mai wollten (der eine, weil er Volleyballtrainer ist). Dieser fragte
uns, ob wir es eilig hätten. Da wir genug Zeit hatten, sind wir mit ihnen hoch
zu dem Tempel gefahren, welcher auf einer der Bergspitzen dort bei Mae Khachan
liegt. Nach ein paar Fotos und einem wunderbaren Ausblick ging es weiter nach
Chiang Mai. In der Innenstadt wurden wir ausgesetzt. Und dann sind wir einfach
mal drauf losgegangen. War schon mittags und hatten beide ganz schön Kohldampf.
Das kann man in Chiang Mai richtig gut: Am Straßenrand sich in ein kleines
Lokal setzen und für 20 – 40 Baht (50ct – 1 €) leckere Nudeln oder Reis
genießen. Ein paar Meter weiter sind wir dann auf einen Westler gestoßen, der
gerade am Trainieren war: Thai-Boxen. Wir unterhielten uns kurz, zuerst auf Englisch,
dann auf Deutsch, da er aus der Schweiz kommt. Er hat uns ein super Hotel
empfohlen, welches günstig sein sollte und auch noch mitten in der Stadt liegen
sollte. Er selbst war dort die vorige Woche und war nun auf Weiterreise. Macht
gerade eine Weltreise. Sehr interessant. Das Hotel haben wir dann auch
aufgesucht. „Aoi Garden Home“; wirklich richtig schön eingerichtet, mit
genügend Sitzmöglichkeiten draußen, einer Bar, wo man sich was zu trinken und
auch was zu Essen kaufen kann. Dort blieben wir dann auch für 3 Nächte. Gleich
als wir dort eintrafen wurde uns die Gabi aus Hamburg vorgestellt. Wirklich
unglaublich, wie viele Deutsche man trifft in Chiang Mai. Ein Amerikaner hat
erzählt, dass er die Deutschen wirklich überall trifft, auf der ganzen Welt;
egal wohin er reist. Ist wirklich witzig, wenn man sich dann hier mit fremden
Leuten auf Deutsch unterhalten kann. Die Gabi war für 3 Wochen in Chiang Mai,
bereits zum zweiten Mal, da sie sich hier die Thai-Massage beibringen lässt.
Sind dann am Donnerstagvormittag mit ihr mit und haben uns umsonst massieren
lassen. Noch am Mittwochabend waren wir im großen Einkaufszentrum Central, wo
es auch ein Kino gibt. Dort haben wir einen Thai getroffen, der ein
Deutschlandtrikot anhatte. Haben den angesprochen und uns eine halbe Stunde gut
auf Englisch mit ihm unterhalten können. Das kann man mit den wenigsten Thais.
Er selbst hat zweieinhalb Jahre in Deutschland gelebt, kann allerdings nur
wenige Sätze auf Deutsch und hat einen Sohn, der in DORTMUND mit seiner Mutter
lebt. Wie klein die Welt doch ist, dachte ich da mal wieder. Der Sohn ist etwa
in meinem Alter; mittlerweile hat er eine neue Frau, und auch eine Tochter mit
ihr hier in Thailand. Der Mann heißt Toy; hat uns dann zum Mittagessen am
Folgetag eingeladen. Und kaum zu glauben: Er war wirklich wie ausgemacht zur
richtigen Zeit am Treffpunkt. Hat uns dort mit dem Auto abgeholt uns dann quer
durch Chiang Mai kutschiert, auf der Suche nach dem besten Restaurant für uns.
Hat uns dann unser Mittagessen und sogar einen Nachtisch ausgegeben. Richtig
nett. Am Abend waren wir auf dem NightBazaar in Chiang Mai. Freitag wussten wir
nicht, was wir mit unserer Zeit anfangen sollten, da es durchgehend geregnet
hat. Letztendlich sind wir dann nochmal zum Central und haben uns „Die
Schlümpfe 2“ auf Thai angesehen, da wir den einzigen auf Englisch laufenden
Film uns schon am Mittwochabend angesehen hatten. Anschließend sind wir durch
einige Bars gezogen, haben Billard gespielt und Darts mit einem Australier;
haben uns dann noch einen öffentlichen Thai-Boxing-Kampf angeschaut. Am
Samstagmorgen sind wir los zum Tempel DoiSuthep, wo wir unseren Meditationskurs
ablegen wollten. In Chiang Mai zu trampen, gestaltet sich übrigens als viel
schwieriger als in Chiang Rai oder sonst wo in der Pampa, da überall die
Songtaews, rote Kleinbusse herumfahren, um die Leute herumzukutschieren. Auch
ist in Chiang Mai der Verkehr zu stark und die Straßen sind zu eng. Zumindest
dort mitten in der City, wo wir uns befanden. Zahlreiche Songtaews sind auch
nur dafür bestimmt, zum Tempel DoiSuthep zu fahren, welcher sich einige
Kilometer außerhalb auf einer Bergspitze befindet. Bei dem Tempel war dann
richtig viel los. Ein letztes Mal haben wir uns noch etwas zu essen am
Straßenrand gekauft, bevor wir uns dann zum Meditationskurs begeben würden. Die
Häuser, wo wir 2 Nächte drin schliefen und das Hauptgebäude, in dem man
meditieren konnte, indem es Essen gab und in dem die Dhamma-Talks und
Zeremonien stattfanden, befinden sich etwa 300 Meter hinter dem Tempel für die
Öffentlichkeit. Für Ruhe war also gesorgt. Der Tagesablauf sieht folgendermaßen
aus:
05:00 Aufstehen
05:30 Dhamma-Talk (d.h. Rede des Mönchs über
die Lehre Buddhas)
07:00 Frühstück
11:00 Mittagessen
13:00 Einzelgespräche mit dem Mönch
18:00 „EveningChanting“ (d.h. Singen der
Pali-Texte)
In seinen Dhamma-Talks ging es vor allem
darum, wie wichtig es ist, dass man sich selbst findet. „You can not catch your mindfulness, but you
can bring your mind and your body together.” War auch
einer seiner wichtigsten Sätze, die er immer wieder wiederholte. Er erklärte
uns, wie Gehmeditation und Sitzmeditation funktionieren soll. Reden, Lesen,
Tanzen, Singen und Musik hören ist während des Kurses verboten. Man hat viel
Freizeit, die für die Meditation genutzt werden sollte. Allerdings fällt es
ziemlich schwer, so lange zu meditieren. Sowohl Georg und ich wussten nicht
wirklich, was wir mit der vielen Zeit anfangen sollten und lagen so viele
Stunden nur im Bett und langweilten uns. Das Zimmer, das man bekommt, besteht
aus nichts weiter als einem Bett. Wir beide finden, dass es eine interessante
Erfahrung war, sind allerdings froh, dass wir nur für eine so kurze Zeit
gebucht hatten. Heute Morgen sind wir dann mit einem Songtaew zur Chiang Mai –
Busstation und sind von dort direkt mit dem Bus zurück nach Hause gefahren.