Dienstag, 22. Oktober 2013

10. Woche


Mo, 21.10.13
19:35 Vor einer Stunde von der Reise mit Georg wiedergekommen, welche wir Dienstag, 15.10. starteten. Dann fange ich mal ganz von vorne an. Georg und ich haben uns den Anfang der Ferien hier erst mal genügend Zeit daheim gelassen und einfach nur entspannt. Haben uns auch nicht festgelegt, wann es losgehen sollte. Montagabend haben wir dann beschlossen, am nächsten Morgen aufzubrechen. Einfach mal Richtung Süden trampen; mal schauen, wohin uns das führen würde. Abenteuer pur. Jeder mit seinem Rucksack als Reiseausrüstung. Dort passt natürlich nicht allzu viel herein; also musste man sich einschränken. Ein paar Unterhosen, ein Handtuch, eine Hose und ein T-Shirt mussten genügen. Wichtig, natürlich niemals in der Regenzeit zu vergessen: Regencape. Außerdem noch einige Bananen, die sich nicht nur als Proviant nützlich erwiesen. Wir sind also um 9 Uhr aufgebrochen, um loszutrampen. Zuallererst wurden wir von einem Amerikaner mitgenommen. Zum ersten Mal, dass am Steuer nicht ein Thai, sondern ein Farang sitzt, bei dem ich mitfahre. Der hat uns bis zum Highway mitgenommen. Dort hat uns eine Familie mitgenommen, die zum Big C fuhr. Von dort dann ein Mann mit Tochter, der Chiang Rai verließ und nach Phan fuhr. Ein Örtchen, das zwar nicht ganz der Destination Chiang Mai entsprach, aber dennoch Süden (etwa 40 km). Warum Chiang Mai? Wir wollten Von Samstag bis Montag zum Meditationskurs im WatDoiSuthep, welcher nunmal in Chiang Mai liegt. Was wir bis dahin machen würden, war eben spontan. In Phan wurden wir herausgelassen und boten dem Fahrer als Dankeschön einige unserer Bananen an. Er nahm sie auch sehr erfreut entgegen. Dafür waren die Bananen wirklich gut. Man will sich ja irgendwie als dankbar erweisen. In Phan haben wir uns erst mal auf einer Bank niedergelassen und überlegt, was wir machen könnten. Dort hat uns eine Frau angesprochen, die uns dann mal eben so einige ihrer Süßigkeiten und Gebäcke schenkte. Nach einigen Blicken auf die Thailand-Karte beschlossen wir, den DoiLuang National Park aufzusuchen, welcher direkt an Phan angrenzt. Also sind wir die Hauptstraße entlang gegangen, um sämtliche Leute nach dem Weg zu fragen. Allerdings wusste keiner, wovon wir reden. Wirklich erstaunlich, da der Nationalpark etwa eine Nord-Süd-Ausdehnung von 60 km hat. Auf die Frage, was man dort in der Umgebung so machen könnte, riet uns eine Frau sich den Wasserfall anzuschauen, welcher sich nicht weit von dort befinden sollte. Also trampten wir los. Ein 18-jähriger Mann, der gerade eben aus dem Auto ausstieg, brachte uns dorthin. Das war unglaublich nett, da er dafür mindestens 5 km aus Phan herausfuhr, um dann die Hauptstraße zu verlassen und weitere 10 km Richtung Dschungel zu fahren. Dort waren wir dann: Wie sich zeigte, am Rande des DoiLuang National Parks. Wir sind dann anderthalb Stunden wandernd unterwegs gewesen, stets am Wasserfall entlang. Wirklich schön. Nach einer heißen Nudelsuppe am Straßenrand um 14 Uhr ging unsere Reise dann weiter; nächster Halt: Etwa 30 km weiter im Süden, das Dorf Mae Chai. Dort gingen wir dann die Hauptstraße entlang und wurden nach weniger als 50 Metern schon von der Seite angequatscht. 4 Thais saßen da, aßen was, und eine der Frauen fragte uns, wohin wir wohl wollten. Haben uns zu ihnen gesetzt und uns mit ihnen unterhalten.  Als sie erfuhren, dass wir in Mae Chai wohl nach einem Schlafplatz suchen würden, telefonierten 2 der Thais sofort herum, um uns das günstigste Hostel herauszusuchen. Dann haben sie uns sogar noch dorthin gefahren. Die Freundlichkeit überrascht einen dann doch immer wieder. Für die Nacht haben wir gerade mal 250 Baht bezahlt, also etwa 3 € pro Person. Wir haben dann ziemlich schnell begriffen, dass man in diesen Dörfern nicht allzu viel erleben kann; also haben wir beschlossen, am folgenden Tag sofort bis nach Chiang Mai durchzudringen. Am Morgen sind wir also los; ein altes Ehepaar hat uns bis nach Phayao (etwa 20 km weiter im Süden) gebracht, dort sind wir mit einem jungen Paar Richtung Westen durch die Berge; stets auf Pickups, hinten auf der Ladefläche. Da pfiff uns der Wind ganz schön um die Ohren, da der junge Mann wohl gerne ein bisschen schneller fuhr. Nach etwa 50 km wurden wir in Mae Khachan herausgelassen. Von dort waren es dann nur noch etwa 70 km nach Südwesten bis Chiang Mai. Diese fuhren wir mit zwei sehr netten, etwa 25 – 30 Jahre alten Männern, welche ebenfalls nach Chiang Mai wollten (der eine, weil er Volleyballtrainer ist). Dieser fragte uns, ob wir es eilig hätten. Da wir genug Zeit hatten, sind wir mit ihnen hoch zu dem Tempel gefahren, welcher auf einer der Bergspitzen dort bei Mae Khachan liegt. Nach ein paar Fotos und einem wunderbaren Ausblick ging es weiter nach Chiang Mai. In der Innenstadt wurden wir ausgesetzt. Und dann sind wir einfach mal drauf losgegangen. War schon mittags und hatten beide ganz schön Kohldampf. Das kann man in Chiang Mai richtig gut: Am Straßenrand sich in ein kleines Lokal setzen und für 20 – 40 Baht (50ct – 1 €) leckere Nudeln oder Reis genießen. Ein paar Meter weiter sind wir dann auf einen Westler gestoßen, der gerade am Trainieren war: Thai-Boxen. Wir unterhielten uns kurz, zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch, da er aus der Schweiz kommt. Er hat uns ein super Hotel empfohlen, welches günstig sein sollte und auch noch mitten in der Stadt liegen sollte. Er selbst war dort die vorige Woche und war nun auf Weiterreise. Macht gerade eine Weltreise. Sehr interessant. Das Hotel haben wir dann auch aufgesucht. „Aoi Garden Home“; wirklich richtig schön eingerichtet, mit genügend Sitzmöglichkeiten draußen, einer Bar, wo man sich was zu trinken und auch was zu Essen kaufen kann. Dort blieben wir dann auch für 3 Nächte. Gleich als wir dort eintrafen wurde uns die Gabi aus Hamburg vorgestellt. Wirklich unglaublich, wie viele Deutsche man trifft in Chiang Mai. Ein Amerikaner hat erzählt, dass er die Deutschen wirklich überall trifft, auf der ganzen Welt; egal wohin er reist. Ist wirklich witzig, wenn man sich dann hier mit fremden Leuten auf Deutsch unterhalten kann. Die Gabi war für 3 Wochen in Chiang Mai, bereits zum zweiten Mal, da sie sich hier die Thai-Massage beibringen lässt. Sind dann am Donnerstagvormittag mit ihr mit und haben uns umsonst massieren lassen. Noch am Mittwochabend waren wir im großen Einkaufszentrum Central, wo es auch ein Kino gibt. Dort haben wir einen Thai getroffen, der ein Deutschlandtrikot anhatte. Haben den angesprochen und uns eine halbe Stunde gut auf Englisch mit ihm unterhalten können. Das kann man mit den wenigsten Thais. Er selbst hat zweieinhalb Jahre in Deutschland gelebt, kann allerdings nur wenige Sätze auf Deutsch und hat einen Sohn, der in DORTMUND mit seiner Mutter lebt. Wie klein die Welt doch ist, dachte ich da mal wieder. Der Sohn ist etwa in meinem Alter; mittlerweile hat er eine neue Frau, und auch eine Tochter mit ihr hier in Thailand. Der Mann heißt Toy; hat uns dann zum Mittagessen am Folgetag eingeladen. Und kaum zu glauben: Er war wirklich wie ausgemacht zur richtigen Zeit am Treffpunkt. Hat uns dort mit dem Auto abgeholt uns dann quer durch Chiang Mai kutschiert, auf der Suche nach dem besten Restaurant für uns. Hat uns dann unser Mittagessen und sogar einen Nachtisch ausgegeben. Richtig nett. Am Abend waren wir auf dem NightBazaar in Chiang Mai. Freitag wussten wir nicht, was wir mit unserer Zeit anfangen sollten, da es durchgehend geregnet hat. Letztendlich sind wir dann nochmal zum Central und haben uns „Die Schlümpfe 2“ auf Thai angesehen, da wir den einzigen auf Englisch laufenden Film uns schon am Mittwochabend angesehen hatten. Anschließend sind wir durch einige Bars gezogen, haben Billard gespielt und Darts mit einem Australier; haben uns dann noch einen öffentlichen Thai-Boxing-Kampf angeschaut. Am Samstagmorgen sind wir los zum Tempel DoiSuthep, wo wir unseren Meditationskurs ablegen wollten. In Chiang Mai zu trampen, gestaltet sich übrigens als viel schwieriger als in Chiang Rai oder sonst wo in der Pampa, da überall die Songtaews, rote Kleinbusse herumfahren, um die Leute herumzukutschieren. Auch ist in Chiang Mai der Verkehr zu stark und die Straßen sind zu eng. Zumindest dort mitten in der City, wo wir uns befanden. Zahlreiche Songtaews sind auch nur dafür bestimmt, zum Tempel DoiSuthep zu fahren, welcher sich einige Kilometer außerhalb auf einer Bergspitze befindet. Bei dem Tempel war dann richtig viel los. Ein letztes Mal haben wir uns noch etwas zu essen am Straßenrand gekauft, bevor wir uns dann zum Meditationskurs begeben würden. Die Häuser, wo wir 2 Nächte drin schliefen und das Hauptgebäude, in dem man meditieren konnte, indem es Essen gab und in dem die Dhamma-Talks und Zeremonien stattfanden, befinden sich etwa 300 Meter hinter dem Tempel für die Öffentlichkeit. Für Ruhe war also gesorgt. Der Tagesablauf sieht folgendermaßen aus:
05:00 Aufstehen
05:30 Dhamma-Talk (d.h. Rede des Mönchs über die Lehre Buddhas)
07:00 Frühstück
11:00 Mittagessen
13:00 Einzelgespräche mit dem Mönch
18:00 „EveningChanting“ (d.h. Singen der Pali-Texte)
In seinen Dhamma-Talks ging es vor allem darum, wie wichtig es ist, dass man sich selbst findet. „You can not catch your mindfulness, but you can bring your mind and your body together.” War auch einer seiner wichtigsten Sätze, die er immer wieder wiederholte. Er erklärte uns, wie Gehmeditation und Sitzmeditation funktionieren soll. Reden, Lesen, Tanzen, Singen und Musik hören ist während des Kurses verboten. Man hat viel Freizeit, die für die Meditation genutzt werden sollte. Allerdings fällt es ziemlich schwer, so lange zu meditieren. Sowohl Georg und ich wussten nicht wirklich, was wir mit der vielen Zeit anfangen sollten und lagen so viele Stunden nur im Bett und langweilten uns. Das Zimmer, das man bekommt, besteht aus nichts weiter als einem Bett. Wir beide finden, dass es eine interessante Erfahrung war, sind allerdings froh, dass wir nur für eine so kurze Zeit gebucht hatten. Heute Morgen sind wir dann mit einem Songtaew zur Chiang Mai – Busstation und sind von dort direkt mit dem Bus zurück nach Hause gefahren.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

9. Woche



Mi, 9.10.13
Tut mir leid, dass ich letzte Woche nichts gepostet habe; aber um ehrlich zu sein, gab es da auch nicht viel Neues zu berichten: War die letzte Schulwoche vor unseren nun dreiwöchigen Ferien. Kilian war von Montag bis Donnerstag nicht in der Schule, da er erst Donnerstag früh um 4 Uhr vom English Camp zurückkam. War richtig neidisch, was er alles zu berichten hatte. Abgesehen davon hat man auch nicht unbedingt immer Lust, alles niederzuschreiben, was passiert. Bitte um Verständnis.
Am Sonntag wollten Kathi, Daniel, Georg und ich zum Big C / Central Plaza trampen; im ersten Auto saß ein mittelalter Mann, welcher nach 300 Metern schon rechts abbog, um uns zu sich nach Hause einzuladen. Dort haben wir dann erst mal zu Mittag gegessen. Total nette Familie. Danach hat er uns dann wirklich noch zum Big C gefahren.
Einer der Lehrer meiner Schule, Ithichan (das ist so ziemlich der Netteste, kommt morgens immer und umarmt uns so halb und fragt uns ständig nach unserem Befinden) hat uns schon vor einer Woche mal vorgeschlagen, dass er uns zum Haus seiner Mutter einlädt, welches sich direkt an der Grenze zu Laos befindet. Er würde auch noch ein paar andere unserer Freiwilligen mitnehmen. Hat sich jetzt allerdings so ergeben, dass nur ich mitgekommen bin. Er hat mich dann vorgestern am Nachmittag abgeholt und wir sind mit seinem Motorrad über 80 km nach Nordosten gefahren. Auf dem Weg konnte ich schöne Landschaften bewundern. Auf halber Strecke hat das Gerät schlapp gemacht; das Hinterrad hat total gehumpelt. Glücklicherweise sind wir in einem Dorf steckengeblieben; 100 Meter weiter befand sich eine kleine Werkstatt, sodass die Reise nach 30 Minuten Pause weiter gehen konnte. Es befand sich ein dicker Nagel im Hinterreifen. Am Abend angekommen, fand ich es interessant zu sehen, wie Ithichan sich vor seiner Mutter hingekniet hat und sich bis zum Boden dreimal verbeugt hat, so wie die Buddhisten sich vor ihren Mönchen oder Buddhastatuen verbeugen. Nach dem Abendessen war ich auch nicht mehr lange wach, da wir um 5 Uhr schon wieder aufstanden, um auf den Markt zu gehen und wieder zurück nach Chiang Rai zu fahren. Immerhin haben wir noch einen Zwischenstopp bei der Rückreise eingelegt, bei der Schwester Ithichans. Dort gab es dann um 8:30 bereits mein drittes Frühstück. (Ithichan wollte mir natürlich unbedingt auch auf dem Markt nochmal etwas kaufen). Und auch wenn der Magen schon total vollgestopft ist, muss man immer weiter stopfen, weil es eine Beleidigung für die Thais wäre, nicht zu essen. Egal wo man hinkommt, es gibt immer erst mal Essen. Das scheint so eine Grundregel der Thais zu sein.